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Als Koblenzer Laufverein hat man vor der Haustüre eine stattliche Auswahl an Volksläufen, für etwas außergewöhnliche Events muss man allerdings eine kleine Reise unternehmen. So geschehen am vergangenen Wochenende, Schauplatz des Ereignisses: das Airport-Gelände im niederrheinischen Weeze; eine 9 Kilometer lange Runde, die zweimal zu durchlaufen war, gespickt mit jeweils fünfzehn Hindernissen.

Wir: Sonja, Dirk, Sonja, Manuela, Bernhard und Wolfgang sowie Susanne als Fangruppe reisten bereits am Samstag an. Die Wettervorhersage ließ kein tolles Wetter erwarten, was allerdings bei der zurückzulegenden Strecke eigentlich unerheblich war. Auf die cirka 6000 Teilnehmer warteten nämlich neben hohen ehemaligen Atomwaffenbunkern, die nur zu überlaufen waren, auch knöcheltiefe Schlammlöcher und Wasserbecken, die in irgendeiner Form zu durchqueren waren.

Sonntag um 12.00 Uhr fällt der Startschuß, dazu gesellt sich leichter Nieselregen. Im vorderen Bereich sprinten die Top-Läufer bereits um eine gute Platzierung, die Masse dahinter möchte genießen und lässt sich Zeit. Nach nur wenigen Metern kommt der Lindwurm bereits ins Stocken, eine schmales Tor und ein Trampelpfad sorgen für einen ersten Stau, sodass die Uhr nach beim ersten Kilometerschild bereiots 20 Minuten anzeigt, wie sollen wir bei diesem Tempo bloß das Zeitlimit von 3:30 Stunden schaffen? Dann steht endlich das erste Hinternis vor uns: steil ragt ein erster ehemaliger Atomwaffenbunker in den Himmel, da müssen wir wohl rüber. Oben angekommen kommt man zu der Erkenntnis, dass noch drei weitere solche Hügel zu erklimmen sind. Da schmerzen die Waden bereits das erste Mal.

Weiter geht es über schlammige Pfade durch den Wald, über Reifenstapel, weitere Bunker, klettern, laufen, springen, kriechen. Alle kindlichen Fortbewegungsmethoden kommen einem wieder in den Sinn und müssen angewendet werden. Noch zieren sich viele Teilnehmer am ersten Matschloch und umgehend es, aber was soll´s: es kommen noch mehr davon, keine Zeit verlieren und durch. Die Schuhe färben sich allmählich braun und werden schwerer.

Nun kommt der schwierige Part, die Strecke führt in eine Kiesgrube, es riecht schon nach Schmutz und Feuchtigkeit. Dann taucht aus dem nichts das erste Wasserloch auf. Man überlegt inzwischen nicht mehr, einfach rein und durch. Vorteil: Die Farbe der Laufschuhe kommt wieder zum Vorschein, dafür hat man nun das Gefühl, Eisklumpen an den Beinen zu haben. Weiter geht es über Sand, das kostet Kraft. Hinter einem Hügel ist das nächste Gewässer zu erkennen, dieses Mal mit einer Tiefe von bis drei Metern. Einige Verrückte schwimmen da durch, wir nutzen die Uferböschung, sind aber auch bis zum Bauchnabel im eiskalten Wasser. Zum Glück scheint inzwischen die Sonne und wärmt ein wenig wieder auf.

Nach einem weiteren, aber nicht so tiefen Gewässer haben wir es nun mit Heuballenhürden zu tun, die bis zu drei Meter in den Himmel ragen. Alleine kommt man da nicht hoch, also ist Teamwork angesagt. Man hilft sich hier gegenseitig, wie auch bei anderen Hindernissen. Schnell raus aus der Kiesgrube und wieder auf das Flughafengelände, die erste Runde beenden. Zwischendurch steigt über uns auch mal ein Flugzeug in den Frühlingshimmel. Unsere Truppe ist noch gut dabei, wir haben uns von Beginn an zurückgehalten, sind ein moderates Tempo angegangen. Wir sind gut gelaunt, lachen viel und motivieren uns gegenseitig. Im Zielbereich lassen wir die Zeit für ein Foto, nehmen Getränke, Bananen und Orangen zu uns und starten nach 2 Stunden 15 Minuten in die zweite die Runde. Sonja ist vernünftig und traut sich eine zweite Runde nicht zu. Sie wird unsere tapfere Fangruppe unterstützen.

Nun flutscht es richtig, keine Staus mehr an den Hindernissen, auch die Laufabschnitte können zügig absolviert werden. Wir überholen unzählige Teilnehmer, die alle nicht mehr so frisch aussehen. Unsere Renntaktik ist wohl doch nicht so schlecht. Wie im Flug vergeht die zweite Runde, und wir haben noch immer Spaß, obwohl die Oberschenkelmuskulatur allmählich müde wird. Jeder Sprung muss jetzt konzentriert ausgeführt werden, es schmerzt und zwickt, die Stimmung ist immer noch gut. Bisher haben wir die Hindernisse auch gut bewältigt. Bis auf Sonja, die dann doch eine Ganzkörpereinlage im Wasserbad genießen wollte.

Irgendwie fliegt die Zeit auf dieser Runde davon, wir nähern uns dem Zielbereich. Schnell noch bei Susanne und Sonja anhalten, wir nehmen uns die Zeit für ein letztes Foto und laufen dann im Breitkeil Hand in Hand nebeneinander über die ersehnte Ziellinie. Geschafft! Zur Belohnung wird uns die Finisher-Medaille um den Hals gehängt, verbunden mit einem lächelnden Glückwunsch.

Nach 3:37 Stunden haben wir den StrongmanRun geschafft. Alle sind wohlauf, keiner ist verletzt, es geht uns gut. Jetzt heißt es warm anziehen, etwas essen und trinken und das Event noch einmal in Ruhe Revue passieren lassen.

Fazit: Ein Erlebnislauf, bei dem man Dinge tun muss, die man im gesetzten Alter eigentlich nicht mehr macht, die aber Spaß machen, vielleicht bei vielen auch auf Unverständnis stossen. Ein bißchen Verrücktheit gehört sicherlich auch dazu, aber das Leben ist oftmals viel zu farblos. Da tut es auch mal gut, das Kind im Erwachsenen hin und wieder zu wecken.

StrongmanRun 2010? Was für eine Frage, klar stellen wir uns wieder der Herausforderung.

 

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