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Veni – Vidi –Vici – och lass mir doch mein Ruh….
Ich gestehe – Rom ist meine Lieblingsstadt. Zum fünften Mal war ich nun in der ewigen Stadt und dieses Mal war es was ganz besonderes – MARATHON.

Über 11.000 Läuferinnen und Läufer begaben sich auf eine nette Sightseeing Tour. So auch Andrea und ich.
Bereits am Freitag bei frühlingshaften Temperaturen angekommen, holten wir die Startunterlagen ab. Ein tolles Hotel in unmittelbarer Nähe des Colosseums und somit direkt am Start und Zielbereich des 16. Marathons in Rom erwartete uns.

Mir war bereits bei der Abfahrt klar – hier läufste kurz :-) - und ich behielt recht. Ausgestattet mit Talisman von Anna, Trinkflaschen und nem Fotoapparat begaben wir uns gegen 08.00 Uhr zum Start.
Was ich nie verstehen werde: Warum muss man, obwohl man vorher war, vor dem Lauf aufs Klo? Da Andrea die Örtlichkeiten vor Ort (eigentlich Wort im Wort; Deutschlehrer hilf mal) auf Grund des Bedürfnisses der scheinbar von etwas weiter angereisten Personen gemieden hat, ging sie doch tatsächlich nochmal zurück ins Hotel und ich stand an den Hängen und … wartete auf den Start.

Pünktlich um neun Uhr liefen die Anderen los. Auf Grund einer von Andrea vorgegebenen, für mich dann auch maßgeblichen Pflichteinordnu ng im Startbereich gelangten wir durch den Eingang „Fitwalker“ an den Start. Ich bin mir sicher, dass dieses Schild keine 2000 Jahre alt war.

Gegen 09.15 Uhr liefen wir über die Matte -abgeschirmt durch 2m hohe Gitterzäune, wild umjubelt von römischen Bürgern – irgendwie historisch, Brot und Spiele, Gladiatoren und Raubtiere – es fehlte nur Julius Cäser, aber das war gut so, an dem Tag hätte er bei mir sicherlich den Daumen nach unten gehalten.

Schluss mit Lustig – der Lauf ging los. Aber was passiert. Nach 1 Kilometer (in Worten: einem Kilometer) stand die Masse. Ein zu schmales Tor an der Piazza Venezia kurz vor dem ersten kurzen Anstieg führte tatsächlich zu einem Stau. Meine Bestzeit war da schon Geschichte :-).
Aber dann: Wir sortierten uns ein und nahmen unseren angepeilten 6 er Schnitt auf. Sehenswürdigkei ten gab es die ersten Kilometer erst mal nicht zu bestaunen, St. Paul vor den Mauern nahm ich bei ca. Kilometer 5 wahr – leider von der Rückseite. Wir liefen am Tiber entlang, bis wir gegenüber die Engelsburg erblickten. Nun überquerten wir wieder den Fluss.

Hier folgte nun das für mich absolute Highlight des Laufes. Wir liefen über die lange Prachtstraße direkt auf den Petersdom zu. Ein unvergesslicher Augenblick. Hunderte, ja tausende von Marathonis waren wohl mit mir zeitgleich auf dieser Straße unterwegs. Ein Gefühl, bei dem ich mir jetzt noch die Tränen verkneifen muss (warum eigentlich?)

Danach noch kurz am Vatikan und einigen Wohngebieten vorbei und dann, ja dann, ab in die römische Pampa.
Klar wussten wir vorher schon, dass es ab Kilometer 20 bis Kilometer 35 nicht wirklich lustig werden würde, aber so trostlos haben wir uns das nicht vorgestellt.
Nur noch Läufer unter sich, die Ersten gingen bereits, Schlaglöcher und die Kollegen meines inneren Schweinehundes taten ihr Übriges.
Vielleicht hatte ich es auch am Sonntag zuvor im Bienwald etwas übertrieben, jedenfalls habe ich auf eindrucksvolle Weise bei Kilometer 25 Andrea signalisiert, dass sie sich vom Acker machen sollte; nach einigen Diskussionen gab sie auf.

Sie hörte- und lief fort.

Ich ging dann mal ein paar Meter. Schon interessant, was man zwischen Kilometer 25 und 35 so alles denkt…es bleibt mein Geheimnis.
Der Höhepunkt dieses Abschnittes war der Lauf über eine Autobahnzufahrt die für uns gesperrt war – der Gegenverkehr lief dann aber munter weiter – echt ätzend. :-(
Die Verpflegungsste llen alle 5 Kilometer waren super organisiert. Neben Bananen wurden auch Orangen gereicht, die mich weiterbrachten.

Aber dann ging es endlich wieder in die Stadt zurück.
Durch die historische Innenstadt führte dann der Weg, wo uns endlich wieder anfeuernde Zuschauer empfingen – was für ein Genuß. Ich umrundete die Piazza Navona und querte den Piazza del Popolo. Anschließend kam ich an der Spanischen Treppe vorbei. Hier wurde es geradezu kurvenreich und daher kurzweilig. Unterwegs machte ich einige Fotos.

Vorbei am Trevi-Brunnen mit viel Publikum ging es weiter über Kopfsteinpflast er, das nun schon deutlich unangenehmer war, in Richtung Pantheon und dann wieder über die Piazza Venezia am Capitol vorbei zum Circo Massimo, einer antiken Arena. Hier war ein kleiner gemeiner Anstieg, an dem viele gingen.

Das Colosseum vor Augen ließ fast alles wieder vergessen, doch ein letzter Anstieg über vielleicht 200m war noch zu bewältigen. Das dortige Kopfsteinpflast er gepaart mit der Steigung konnten mir nun nichts mehr anhaben – pahhh; Cäsar, kommt her ihr Löwen und Tiger ich hau euch um…

Ich kam, sah und siegte – zumindest für mich. Die bisher schönste Medaille habe ich hier erhalten. Sie strahlte auf meiner Brust stärker als die Sonne – (war eh bewölkt).

Andrea war schon im Ziel (klar; wo sonst).

Zurück im Hotel kam Andrea auf die tolle Idee, doch die übrigen Finisher noch anzufeuern. Und tatsächlich einige kamen noch – toll, dass die nicht aufgegeben haben. Zielschluss war nach sieben Stunden. Andrea und ich zogen noch lange durch die Stadt, wir trafen noch viele Läufer – erkennbar an ihrem „äggischem“ Gang.

Ach so, warum Ultra?
1. Lt. der Uhr von Andrea und meiner betrug die Strecke tatsächlich über 43 Kilometer. (Kein Wunder, dass die Römer bei einem Streckenrekord 250.000 € zahlen wollten- konnte ich ja so gar nicht schaffen :-))
2. Lt. Berechnung von Andrea gingen wir noch gute 3 Stunden durch Rom. Bei einer durchschnittlic hen Schrittgeschwin digkeit von 3 km/h ergibt das 9 Kilometer + 43 Kilometer gelaufen = Ultra!!!

Fazit:
Es war eine schöne Sightseeing-Tour. Keine Strecke für Bestzeiten – ideal wenn man es mal nicht zu ernst nehmen möchte. 

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