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Hallo alle miteinander,

am 04.04.08 machten wir uns um 3 Uhr morgens auf den Weg nach Paris zu meinem dritten Marathon.
Nachdem die Tragflächen enteist waren und ich mal wieder 2 erstaunliche Sachen gelernt hatte (nämlich, wie Tragflächen enteist werden und daß es im Flugzeug wirklich keine Reihe 13 gibt) gings dann auch los.

Pierre und ich machten uns auch gleich Freitags morgens auf zur Messe, da war noch nicht soviel los.
Startnummernausgabe verlief reibungslos, gut organisiert, auf der Messe gab es Live-Musik, Sportmodenschau und die üblichen Verkaufs- und Marathonstände.
Wenn der Mrathon so wird, dachte ich... dann wirds super.

Samstags testeten wir den Weg vom Hotel zum Start, guckten uns den Zielbereich an und bummelten durch Paris.

Sonntags sind wir dann um 7 Uhr los und waren dann so gegen halb acht am Arc de Triomphe, die Kleiderbeutelabgabe war geschickterweise am Ziel, so daß ich schonmal einen Kilometer die Avenue Foch runter und wieder hoch musste.
Dann stellte ich mich an den Dixis an und als ich fertig war war es 8:40, Start war um 8:45, also schnell.

Im Startbereich war natürlich Gedrängel, als ich über die Startlinie lief, war das Tempo aber schon recht flott, die breite Avenue und bergab sorgten für einen entspannten Start. Es war übrigens recht kalt, so um die 6 Grad, Gott sei Dank trocken.
Ich lief den ersten km in 5:45, wurde dann aber etwas langsamer, da es ab dem Platz de la Concorde wieder ganz schön eng wurde.
So pendelte ich mich schnell bei meinem angestrebten Tempo von 6min ein. Mal sehen, ob's klappt mit meinem Ziel unter 4:15.

Durch die Rue de Rivoli, vorbei an den Tuillerien, Grand Palais, Louvre und Rathaus gings Richtung Place de la Bastille, hier die ertse Begegnung mit französischen Versorgungsstellen, Wasser in kleinen Fläschchen mit Schraubverschluss, die man sich hart erkämpfen musste, da die Helfer hinter den Tischen stehen blieben. Monoprix (eine Supermarktkette) hat 400.000 von diesen Flaschen gespendet.
Außerdem gibts Bananen, Orangen und Datteln, macht die Strecke schnell....
Jetzt ging bergauf durch die Rue du Faubourg St. Antoine bis zum Place de la Nation, ca 1,5 km Steigung, von km 6- 7,5, da heißt es bloß nicht zu schnell.
Anschließend konnte man sich im Bois de Vincennes aber wieder erholen, hier gings mal leicht bergab, mal flach durchs Grünebis km 15.
Kurz nach der Halbmarathonmarke, die ich bei ca. 2:07 überquerte gings dann mal richtig hoch.
Bis jetzt hatte ich übrigens kaum Publikum gesehen und die angekündigten Musikbands haben sich entweder kurzfristig entschieden zu Hause zu bleiben oder waren geschickt versteckt.
Jetzt gings runter zum Seine-Ufer, da wird schon mehr los sein, dachte ich.
Mit herrlichem Ausblick auf die Seine und die Sehenswürdigkeiten lief ich dem Eiffelturm entgegen, durch 3 kurze und einen langen Tunnel gings Richtung Trocadero, hier bei km 30 an der Versorgungsstelle, dort hole ich mir die dritte Flasche Wasser, mit Energy-Gel gestärkt gehts weiter, nur noch knapp 12 km, noch gehts... 4 min später fängts langsam an weh zu tun, 2 min später ist wieder alles okay, so gehts bis km 34, dann ist 2 km alles in Ordnung und ich bin im Bois de Boulogne mit meiner vierten Flasche Wasser. Ab jetzt gibts zu dem Wasser auch Würfelzucker, was 'ne Idee!! Jetzt fängt es an zwischen den Schulterblättern zu zwicken, das geht auch nicht mehr weg, Publikum ist auch kaum da und so langsam vergeht mir die Lust, aber es sind ja nur noch 6 km, also weiter. Jetzt tuts jedem weh, red ich mir gut zu, wenn Du gehst oder langsamer läufst dauerts nur noch länger, bis jetzt bin ich super in der Zeit, bin bei 3:00 über die 30 km,
also immer im Tempo bleiben; ..... jetzt beginnt die Zeit der Selbstgespräche... warum mach ich das überhaupt..ah km 39,
so gut wie fertig. jetzt guck ich mir mal die Leute um mich herum an, manche pfeifen aus'm letzte Loch, andere sehen aus, als wären sie eben erst losgelaufen.
Ich such mir einen der ungefähr mein Tempo hat und bleib dran, km 40, km 41 endlich... ich mach noch ein paar Fotos, 26 Meilen, Ziel in Sicht, Triumpfbogen, lächeln fürs Zielfoto, aber natürlich habe ich mal wieder so einen 1,90 Mann genau vor mir,jetzt das erlösende Piepsen im Ziel und 4:14:35 gestoppt ... jippiii...
Im Ziel herrscht ein Gedrängel, wie Samstags auf'm Kölner Weihnachtsmarkt.
Wasser geht man suchen, sonst gibts noch Obst, da sollten die Pariser mal nach Köln fahren, da können sie was lernen.
Bei der Massage stehen glaube ich alle 18.000 Läufer an, die vor mir ankamen, Duschen gibts nicht, also zieh ich den Gummiumhang an, den man mir im Ziel gegeben hat, hol meine Medaille und begebe mich in Richtung Ausgang, um zum Treffpunkt zu gehen, mal sehen ob ich Pierre in dem Gerangel finde. Dauert 'ne Weile, aber schließlich hab ich ihn gefunden, ich kauf mir 'ne Portion Churros, schön fettisch und viel Zucker, aber lecker....
Zurück im Hotel, geh ich erstmal in die Sauna, dann eine kleine Siesta, abends beim Essen schlaf ich fast ein, schaffe noch nicht mal einen Nachtisch.

Zum Glück bleiben wir ja noch ein paar Tage, denn den ein oder anderen "Fondant au Chocolat" muss ich doch noch essen!!

Fazit:
Paris ist eben eine richtige Großstadt, in der jeder mit sich selbst beschäftigt ist. Insgesamt waren angeblich 200.000 Zuschauer an der Strecke, über weite Streken war aber niemand weit und breit.

Von den 75 Bands habe ich vielleicht 20 gesehen, die aber meistens Pause machten.
Da hätte ich mehr erwartet, vielleicht war es auch einfach nur zu kalt und zu früh, Franzosen sind von Natur aus Langschläfer ( weiß ich aus Erfahrung).

Die Verpflegung war auch nix und im Ziel wars einfach viel zu eng.
Aber die Strecke ist schön und Paris hat trotzdem Charme.
Den Vergleich mit Hamburg oder Köln hält der Paris-Marathon aber nicht stand, da ist einfach bessere Stimmung und die hilft auf den letzten Kilometern.
Mit meiner Zeit bin ich super zufrieden, und die Schmerzen sind auch wieder vergessen, also auf zum Nächsten.

Bisous à tout le monde

Sonja

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