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Ein subjektiver Bericht

Morgens um 4:00 Uhr aufstehen, an einem Sonntag, um am heißesten Tag des Jahres nach Frankreich zum Laufen zu fahren, kann so schon nicht normal sein!!!

Also, Wolfgang um 5:00 Uhr abholen und Elvira kutschierte uns knappe 300 km in den Elsass, an Strassbourg vorbei nach Dorlisheim/Molsheim (und auch gut wieder zurück). Dort haben wir die Startunterlagen in einem Einkaufszentrum (Cora - eine Supermarktkette glaub ich, aber keine Frau) abgeholt und dann…, dann brauchte ich erst mal eine Toilette.

Selbst bis hier hin wäre ich aufgeschmissen gewesen, weil ich nämlich GAR KEIN Französisch spreche oder verstehe! Die können mich also beleidigen ohne dass ich das merke. Wehe wenn! –Toilette: - Französische Dixies waren auch schnell gefunden. Hab mich noch gewundert, dass es die für „männlich“ und „weiblich“ gibt. Als guter deutscher Beamter stell ich mich also richtig an und warte, und bin schon dran, ging schnell. Rein, zu und Staunen, blöde Blicke : Versteckte Kamera? Klo geklaut? Klopapier war da, also war ich richtig! Nur ein Loch mit Klappe im Boden! DA WAR NIX ZUM SETZTEN!!!!!!Gut, also nach alter Manier und auf die Hacken aufpassen! Geht ganz schön in die Beine, und das VOR dem Lauf!

Wir haben uns noch, bei ca. 24°C, den Start vom Marathon angeschaut (wir wollten ja nur Halb laufen), fertig gemacht und ab in den Bus nach Scharrachbergheim, 12 Minuten Fahrtzeit. Elvira ist dann zum Ziel nach Molsheim gefahren. Wie auch beim Marathon, liefen beim Halben verkleidete Läufer, die so die Strecke in Angriff nehmen wollten. Mittlerweile war es schnuckelig warm geworden und es ging Richtung Start um 10:30Uhr.

Der Planet brannte!

Später wussten wir warum ein paar Ureinwohner einen Trinkrucksack dabei hatten.

Das „parler“ war alles nur in ausländisch – und ich verstand nix! Mein fragender Blick in Wolfgangs Gesicht nach einer Übersetzung kam nicht immer an. Die sprachen manchmal länger, wie die Kürze der Information war, die Wolfgang mir gab (aber alles Wichtige denke ich) .

Französisches runterzählen und Start... Ab ging’s!! Wenn die nicht losgelaufen wären, würde ich jetzt noch da stehen. Nach 10 Metern hätten wir schon eine Weinverkostung haben können, aber der Anstand liess uns weiterlaufen. Es ging durch Straßen und Feldwege zur nächsten Ortschaft. Ah, die erste Weinverköstigung, aus Gläsern und schön kühl – hab ich schon erwähnt, dass es recht warm war?? Nudeln hätten wir da auch schon essen können. Fanden wir etwas früh zum Mittagessen. Und weiter.

In ein Dorf kam man nur durch eine hohle Gasse rein und durch ein Tor raus. Es ging nun Richtung Weinberge, deswegen „Elsässer Weinberg-Marathon“ Die Temperaturen erreichten langsam „Erster-MittelrheinMarathon-Temperatur“, wie Wolfgang es nannte. Und jetzt die Berge hoch! Bei meinem kleinen Körper kam jetzt auch an: „hoch und heiss“ und er fing leicht an zu streiken. Wer aber Wolfgang dabei hat, ist nicht verloren!!

An Laufen war vom Gelände her nicht mehr zu denken (Mein Körper hat das unterstützt). Um uns herum gingen auch alle – hat uns schon gewundert! Die Wege leider schlecht und mit Geröll und Tonscherben aufgeschüttet . Der Blick war herrlich, landschaftlich super und schöne Dörfer.

Bei Km 34/35 waren für die Marathonis ausgefahrene Feldwege und Unebenheiten nicht ganz ungefährlich. Die Hitze, -Schatten war Mangelware-, tat ihr übriges, was durch mehrere Rettungseinsätze sehr oft zu hören und zu sehen war. Mir ging’s aber besser!!

In den Dörfern lief man teilweise auf dem Bürgersteig, abgetrennt zur befahrenen Straße mit Flatterband.

Bei den Weinständen war kein Gedränge, man musste schon fragen um einen Wein zu erhalten. Leider waren verschiedene Weine nicht vorhanden, bzw wurden auch verschiedene Verköstigungen nicht ausgegeben. Offizielle Wasserstellen waren auf der ganzen Strecke dünn gesät. Die Bevölkerung hat aber Tonnen mit Wasser hergezaubert und alle unterstützt.

Da war jetzt wieder mein Sprachproblem: ob die um Haue betteln, weil sie mich beleidigen oder uns nur die Temperaturen des heissesten Tages des Jahres an den Kopf knallen: Irgendwas mit Bonner Arsch, dabei sind wir doch Kowelenzer oder hieß das „bon courage“? Sie waren jedenfalls freundlich dabei!

Der Zieleinlauf auf einem roten Teppich hatte aber wieder Stil!

Elvira hat uns eigentlich später erwartet, aber wir (ich auf jeden Fall) waren froh aus der Hitze rauszukommen. Wir erhielten noch eine Flasche Wein und ein Shirt. Die Medaille war leider den Marathonis vorbehalten. Diese hatten sie sich aber redlich verdient für die Strecke und die Hitze!

Die Temperaturen lagen bei 35° C, auf der Rückfahrt dann 38°C.

Wer einen landschaftlich schönen, anspruchsvollen, aber schwierigen Lauf haben möchte, ist hier gut aufgehoben. Leider war die Organisation nicht so, wie wir uns dass vorgestellt haben oder vorstellen, aber immer und alle sind freundlich und nett!

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