Warum laufen da 9.500 mit???? Nur wegen der Live-Übertragung auf SWR?

Es fing schon morgens in Koblenz auf dem Bahnsteig nicht gut an: Ich hatte sogar eine ICE-Fahrkarte, doch ausgerechnet dieser (15min-Puffer war da) kam eine ganze halbe Stunde zu spät . Naja, wenigstens habe ich einen sehr netten Läufer aus Oppenheim getroffen, der mir während der Zugfahrt etwas über Mainz erzählen konnte.

Auch konnte er mir den Weg vom HBF zur Rheingoldhalle zeigen, worüber ich sehr glücklich war .

Gerade noch rechtzeitig die Startunterlagen abgeholt, war es auch schon kurz vor 9 Uhr. Als ich alles fertig hatte (Chip einscannen, umziehen, vorbereiten, Kleiderbeutel abgeben...) war es schon längst nach 9, und um Himmels Willen: Ich war noch immer in der Tiefgarage der Rheingoldhalle und musste noch dringend aufs Dixie. Ich tat den wohl größten Fehler: Ich stellte mich an die Schlange des normalen Tiefgaragenklos: Eine lange viertel Stunde später und immer noch fast ein dutzend Leute erkannte ich, dass ich es nicht mehr schaffen würde. Also ging ich raus. Draußen musste ich dann feststellen, dass die Schlangen vor den normalen Dixieklos draußen viel kürzer waren.... aber viel zu lang für die restlichen 5 Minuten.

Naja es sollte auch nur ein Jogginglauf werden, da ich vorige Woche meine Bestzeit von 1:29 in Salzburg gelaufen bin. Aber auch interessant von der Mitte des Feldes loszulaufen, und nicht vorne. Naja jedenfalls traf ich einige Läufer von uns auf den ersten Kilometern, bevor ich dann doch bei km4 aufs Dixie musste. Sowieso kein Lauf auf Zeit.

Das schlimmste war allerdings als ich raus kam: Sofort nach der unendlichen Erleichterung kam dann die Erkenntnis: Ich bin im 6:30ger Feld...:Wie komme ich da bloß durch??????

Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, und auch einige Läufer von uns wieder von hinten getroffen. Dies war das Problem:
Denn das einzige Positive an Mainz ist, dass man sich während dem Lauf entscheiden kann ,welche Distanz man läuft. So habe ich gedacht, wenn ich nach 21km genug Kraft habe, laufe ich weiter. Der neue Rhythmus machte miraber zu schaffen. Am Anfang bin ich mein 6Schnitt gelaufen, dann kam das Klo, dann kam das 6-Feld, das ich überholen musste, dann kam das öde Industriegebiet, wo ich mich nicht so gut konzentrieren konnte, und so automatisch immer schneller wurde. Im nachhinein habe ich ausgezählt, dass ich insgesamt 6 mal mein 4:15er Schnitt (21km-Bestzeit) erreicht habe, es dann erst nach einem oder mehreren Kilometern zu merken und vorsichtig langsamer zu werden. Dies wurde auch vertärkt durch die wirklich sehr wechselhafte Strecke: ödes Industriegebiet-Stadt mit Leuten. Wenn es ein Diagramm vom Lauf von mir gäbe, das alle 5 Meter die Geschwindigkeit messen würde, würde es aussehen wie ein Erdbeben!

Wieviel Energie mich das gekostet hat, weiß ich nicht. Den schlimmsten Abschnitt fand ich allerdings die Kehrtstraße richtung Süden mit dem Gedanken: Oh mein Gott, all das muss ich wieder zurück laufen! Dennoch entschloss ich mich bei km21 die Zweite Runde zu laufen, was ich jedoch schon bei km22 bereut habe mit dem Gedanken der mich auf der Brücke wie ein Schlag traf: Ach du meine Scheiße! Jetzt noch immer 20km!!!!

Naja, zumindest hatte Mainz ein Aspekt, der der Beste von allen Strecken, die ich bisher gelaufen bin ist: Die Zuschauer feuern einen RICHTIG an, sie schieben, drücken, pressen, schreien, treten, jagen eine nach vorne und geben nicht nach, ohne die hätte ich es nie geschafft!!!

Danke noch mal an dieser Stelle, falls hier irgend ein Mainzer mal vorbei lesen (stolpern) sollte.

Naja, im Ziel war ich (auch deswegen) trotz der kleinen Zwischenfälle und der größtenteils öden Strecke mit meiner Zeit von 4:16 zufrieden, da ich mir ja auch überhaupt keine Zeit vorgenommen habe. So fuhr ich dann noch halb funktionierend (Körper) und halbkaputt (Beine) nach Hause.

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