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Irgendwann in der Vergangenheit habe ich mich für den Hunsrück Marathon angemeldet. Ich gebe zu, dass war erst nachdem es klar war, dass er statt findet. Später kamen Andreas und ich bei einem langen Lauf auf das Thema Hunsrück Marathon und die Querelen in der Vergangenheit. Andreas kam auf die Idee irgend ein Zeichen zu setzen, den Initiatoren zu sagen, dass die Veranstaltung klasse ist. Einige Kilometer weiter war der Entschluß klar. Wir laufen den letzten Kilometer mit Transparent. Es folgten weitere Wochen des Trainings von mir. Meist in der Mittagshitze bin ich nach Emmelshausen gefahren und habe dann 20 oder mehr Kilomter absolviert denn mir war aus der Vergangeheit noch in Erinnerung, dass es zumindest auf den letzten Kilometern richtig warm werden kann.

In den weiteren Tagen wurde immer wieder auf der Bahnstrecke im Hunsrück gelaufen und ein mal am Tag der Wetterbericht für den 30.08 im Internet angeschaut. Es versprach kühl zu werden aber so richtig geglaubt habe ich das nicht. Zudem wurde von Andreas und mir unsere Marschrichtung für den Lauf festgelegt. Punkt eins, wir treffen die Halbmarathonies in Kastelaun. Punkt zwei, wir empfangen das Plakat bei Kilometer 41 und Punkt drei, wir laufen unter vier Stunden. Punkt zwei und drei schienen kein Problem aber Punkt eins heist, dass man einen Schnitt von 5:20 laufen muß und es geht mehrmals bergauf bis nach Kastellaun.

O.K. Der Tag war da. 10 Grad um neun Uhr und wir beide standen am Start. Freitags habe ich das Transparent zu Elvira gebracht die sich freundlicherweise bereit erklärt hat uns bei der Aktion behilflich zu sein. Wir liefen in einen wunderschönen Morgen im Hunsrück rein. Absolut perfekte Bedingungen. Super Wetter, glasklare Luft, ein Traumtag. Die Kilometer gingen flott vorüber. Bei Kilometer 12 waren wir zu schnell für das Treffen in Kastellaun. Selbst nach dem vier Kilomter langen Anstieg hoch nach Lingerhahn waren wir immer noch zu schnell. Halbmarathon bei 1 Stunde 49 Minuten, ganz viel zu schnell. Wir bremsten ab, das heist wir versuchten es. Andreas sprang mal in die Büsche und ich machte Trabpause! Wir genossen den Blick auf Kastellaun und den Hunsrück. so weit konnte ich noch nie hier schauen. Absolut klare Luft. Wenn wir so flott weiter laufen, sind die mit dem Bus noch nicht in Kastellaun meinte Andreas. Wir können ja dann dort anhalten und auf die warten antwortete ich. Irgendwie trödelten wir die Zeit etwas tot, redeten über alles mögliche. Spätestens jetzt merkte ich, dass ist kein normaler Marathon. Das hier wird etwas besonderes. Kurz drauf hörten wir den Sprecher in Kastellaun. Das haut hin. Wir haben ja gesagt, dass wir nach 2 Stunden 25 Minuten dort sind. Die ersten Halbmarathonies, die sich warm liefen kamen uns entgegen. Dann der Schlenker auf den Parkplatz und ein Meer von Schwarzen und blauen T-Shirts empfing uns. Dutzende Hände wurden abgeklascht. Suuuuper. Jetzt haben wir doch keinen Zeitstress mehr oder? Nö, kann jetzt locker weiter gehen. Gesagt getan, rauf zum Beller Bahnhof in 5: 15 und dann in das Gefälle. Wir sind wieder flott meinte ich und Andreas schaut auf seine Uhr. Jo, 4:35 zur Zeit. Die Kilometer fingen an zu fliegen. 35, 36 So jetzt beginnt der Marathon bis hierhin war das der Kindergebutstag. Wenn wir jetzt im Schnitt nur noch 6:00 laufen, dann sind wir bei 3:41 im Ziel meint Andreas. Ich weis aber wir laufen keine 6:00 wir sind viel schneller. Dann ein wenig beissen und endlich der Tunnel von Simmern. Elvira macht sich lautstark bemerkbar. Mach alles fertig ruft Andreas ihr zu. Danach im Gänsemarsch rauf auf die Brücke. Dort stand Elvira, das Transparent gespannt. Wir laufen einer links einer rechts, schnappen uns jeder eine Stange im Laufen. Ein schlag im Kreuz, boh ist das ein Windwiederstand trotz Fliegengitter als Untergrund. Etwas langsamer laufen wir Meter für Meter. Die Zuschauer sehen uns und jubeln uns zu, Zustimmung für unserer Idee. Selbst die Polizei klatscht und zeigt den Daumen hoch. Keiner überholt uns mehr und wir laufen ins Ziel wo wir begeistert empfangen werden. Beim durchlaufen durch den Zielbogen blicke ich kurz auf die Bruttozeit und denke das hier ist doch ein Traum. Gleich klingelt doch der Wecker und du mußt aufstehen. Der absolute Wahnsinn 3:38 und dabei wollte ich dieses Jahr doch keine Bestzeit mehr laufen.

Es braucht lange, bis ich kapiere was für eine Zeit wir da gelaufen sind. Damit ich es wirklich glaube gehe ich mir die Urkunde ausdrucken. Das mache ich sonst nie. Aber es ist wahr, steht schwarz auf weis gedruckt. Ein irres Glücksgefühl macht sich in mir breit. Was gibt es schöneres als solch ein perfekter Tag? Klasse Wetter, perfekte Bedingungen, alles Punkte haben super funktioniert und dann auch noch Bestzeit.

Eins steht fest, nächstes Jahr laufe ich wieder den Hunsrück Marathon und hoffe, dass dieser wunderbare Lauf weiter bestehen wird.

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